Unsauberkeit bei Katzen – was nun?

Katzenfamilie

Unsauberkeit bei Katzen – was nun?

Unsauberkeit steht an erster Stelle der Verhaltensprobleme im Zusammenleben mit Katzen. Benutzt die Samtpfote ihre Toilette nicht mehr, kann das einen Hinweis auf ein ernstes gesundheitliches Problem darstellen.

Krankheit als Ursache?
Im ersten Schritt sollte bei einer tierärztlichen Untersuchung abgeklärt werden, ob ein medizinisches Problem als Grund für die Unsauberkeit zu finden ist. Mittels Blut- und Harnuntersuchungen, sowie einer Ultraschalluntersuchung des gesamten Bauchraumes, können oftmals Erkrankungen wie Nierenveränderungen, Blasenentzündungen oder Harnkristalle diagnostiziert werden. Auch Zuckerkrankheit ist häufig durch die vermehrte Wasseraufnahme ein Grund für Unsauberkeit.
Ist das medizinische Problem erst einmal erkannt, können gezielte Therapien eingeleitet und so die Lebensqualität von Katze und Besitzer wieder hergestellt werden.
Unsauberkeit oder Harnmarkieren?
Das sichtbare oder versteckte Absetzen von Urin und /oder Kot an verschiedenen Stellen in der Wohnung wird als Unsauberkeit bezeichnet. Hierbei benutzt das Tier die Katzentoilette selten oder gar nicht. Im Gegensatz dazu wird beim Harnmarkieren die Toilette weiterhin von der Katze verwendet.
Man erkennt das Harnmarkieren daran, dass das Tier aufrecht steht und den Harn rückwarts spritzt, mit erhobener Schwanzspitze und zitterndem Schwanzansatz. Besonders gerne werden aufrechte Objekte, persönliche oder neue Gegenstände des Tierhalters markiert.
Leider gehört Harnmarkieren zum normalen Ausdrucksverhalten von Katzen. Allerdings tritt es umso häufiger auf, wenn eine Katze unkastriert bleibt, zusätzlich ist die Geruchsbelästigung durch Markieren eines unkastrierten Katers sehr groß.
Toilette und Hygienebedingungen überprüfen:
Die Katzentoilette hat für unsere Stubentiger einen hohen sozialen Stellenwert, nachfolgend eine Checkliste für die wichtigsten Punkte:
Standort: Nicht in der Nähe von Futter-, Trink,- oder Schlafplatz oder an „belebten“ Stellen in der Wohnung.
Anzahl: bei Wohnungskatzen sollten Sie immer eine Toilette mehr als die Anzahl der Katzen beträgt, aufstellen.
Modell: Katzen mögen keine Toiletten mit Deckel, sie müssen beim Harn- und Kotabsatz eine aufrechte, bequeme Hockstellung einnehmen können.
Klapptüren führen häufig zu Problemen, weswegen Modellen ohne Aufsatz der Vorzug gegeben werden sollte.
Hygienebedingungen: Katzen haben sehr empfindliche Nasen und möchten immer eine saubere Toilette vorfinden. Die Ausscheidungen sollten mindestens zweimal täglich entfernt werden. Die Reinigung der gesamten Toilette mit warmem Wasser und einem milden Reinigungsmittel wird wöchentlich empfohlen. Bitte keine scharfen Reinigungsmittel verwenden, sie können die empfindliche Katzennase beleidigen.
Einstreu: Lassen Sie Ihre Katze entscheiden, welche Streu sie bevorzugt. Probieren Sie verschiedene Einstreuarten aus, bloß von parfümierter Katzenstreu sollten Sie die Hände lassen, sie wird erfahrungsgemäß nicht gut toleriert.
Stressfaktoren ausschließen:
Katzen reagieren bei Veränderungen in ihrer Umgebung sehr häufig mit stressbedingten Unsauberkeitsproblemen.
So kann etwa ein Umzug, Familienzuwachs oder ein Todesfall Auslöser für Unsauberkeitsprobleme darstellen. Auch Beziehungsprobleme von Katzen untereinander können so weit gehen, dass das gemobbte Tier sich nicht mehr traut die Toilette aufzusuchen.
Ebenfalls können falsche Erziehungsmethoden bei Unsauberkeit das Problem meistens verstärken und zusätzlichen Schaden in der Mensch-Tierbeziehung anrichten. Bei stressbedingten Problemen kann ein Pheromonstecker hilfreich sein. Bitte beachten Sie jedoch, dass mittlerweile verschiedene wirkungslose Nachbauten erhältlich sind und nur das Original verlässlich wirkt.

Sollten Sie ein Unsauberkeitsproblem bei Ihrer Katze abklären lassen, so stehen wir Ihnen gerne mit dem nötigen Wissen und erforderlichen Untersuchungen zur Verfügung.
Katzenfamilie

Share the Post