orthopädische Chirurgie

Unser chirurgisches Angebot ist vielfältig. Sämtliche Operationen auf dem Gebiet der Knochenchirurgie sind in unserer Tierklinik durchführbar, dazu gehören  die Versorgung von Kreuzbandrissen, Patellaluxationen, Frakturbehandlungen oder auch Bandscheibenvorfällen.

Diese komplizierteren Eingriffe  werden von unserem hervorragenden Chirurgenteam in unseren Räumlichkeiten durchgeführt.

Mag. Danilo Borak und Mag. Wolfgang Kneifl sind unsere Spezialisten, die uns mit Kompetenz und Erfahrung unterstützen.

         

 

Orthopädische Untersuchung

Lahmheit oder Bewegungsschmerz sind die häufigsten Gründe für die Vorstellung orthopädischer Patienten und müssen sorgfältig untersucht werden:

– Das Abtasten der Knochen- und Weichteilstrukturen und spezielle Provokationsproben ermöglichen die Ursache der Lahmheit bzw. der Schmerzen auf einen Bereich einzugrenzen

– Mit Hilfe der bildgebenden Diagnostik wie der Röntgen- oder Ultraschalluntersuchung können die gestellten Verdachtsdiagnosen bestätigt werden. Auch die Computertomographie und Magnetresonanztomographie zählen zu den hilfreichen weiterführenden Untersuchungen

 

Kreuzbandriss beim Hund

knie

Fossum et al, 2007

tplo

TPLO-Technik

Im Kniegelenk verlaufen das vordere und hintere Kreuzband, die für die Kniestabilität essentiell sind. Zusätzlich dienen die beiden Menisken zur Stößdämpfung und der starke Muskelapparat hält bei Laufbewegung die stabile Position.

Bei einem vollständigen Kreuzbandriss wird das Kniegelenk instabil und neben Meniskusschäden und einer Gelenksentzündung enstehen auch dauerhafte Gelenksveränderungen wie Arthrosen. Um dies zu verhindern raten wir zur chirurgischen Versorgung eines Kreuzbandrisses.

Operationsmethoden

Die Methode der Wahl ist vor allem bei mittelgroßen und großen Rassen die sogenannte TPLO (Tibial Plateau Leveling Osteotomy). Sie gehört wie auch die TTA (Tibial Tuberosity Advancement) zu den „biomechanischen Techniken“ bei denen das Kreuzband nicht mehr ersetzt werden muss. Mit Hilfe eines Knochenschnittes im Bereich des Unterschenkels wird die Neigung der Gelenksfläche so verändert, dass sich Ober- und Unterschenkel nicht mehr gegeneinander verschieben lassen. Anschließend wird die neue Knochenposition mit einem Implantat (TPLO-PLatte) und Schrauben befestigt. So wird die funktionelle Stabilität des Kniegelenks wieder hergestellt.

Eine weitere Methode stellt der sogenannte Bandersatz dar, der bei kleineren Hunden und Katzen angewandt wird, wobei auch hier immer häufiger die biomechanische Technik zum Einsatz kommt. Hierbei wird das Kreuzband durch körpereigene Bindegewebsstrukturen oder künstliches Bandmaterial ersetzt.

 

Patellaluxation beim Hund

patluxBei der vor allem bei kleinen Rassen vorkommenden Erkrankung handelt es sich um das Herausspringen der Kniescheibe aus der knöchernen Gleitrinne. Sie äußert sich in einer typischen Gangveränderung bei der das betroffene Hinterbein für einen oder mehrere Schritte entlastet wird. Die mögliche Ursache ist hier eine angeborene zu flache Gleitrinne am Oberschenkelknochen. Auch Abweichungen in der Knochenachse wie bei O- oder X-Beinigkeit oder Traumata zählen zu den Luxationsgründen.

Operationsmethode

Diese gliedert sich in 3 Korrekturen:

– Keilresektionsosteotomie: hierbei wird die Gleitrinne vertieft um ein Herausspringen der Kniescheibe zu vermeiden

Transposition des Schienbeinfortsatzes: diese Korrektur ist notwendig wenn das Kniescheibenband zu weit innen am Schienbeinfortsatz ansetzt und so durch einen schrägen Verlauf die Patella aus der Gleitrinne zieht. Die Lösung besteht in der Verlagerung des knöchernen Fortsatzes nach außen und Fixierung mittels Bohrdrähten wodurch ein gerader Bandverlauf gewährleistet wird.

Raffung der Gelenkskapsel: die Gelenkskapsel wird auf der Gegenseite der Luxation gestrafft um das Gelenk zu stabilisieren